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AUGUST VON MACKENSEN
06. Dezember 1849 - 08. November 1945
"Der letzte Husar"
Oberst 1893
Oberst 1893
General 1914
General 1914
Leibhusar
In Uniform des 1. Leibhusaren - Regiments

Die Schlacht bei Tannenberg 1914

Feldherren

General der Kavallerie
August von Mackensen

*06. Dezember 1849 †8. November 1945

Am 6. Dezember 1849 wurde August von Mackensen als Sohn eines Gutsverwalters auf Haus Leipnitz im Kreis Wittenberg in der preußischen Provinz Sachsen geboren. Mackensens Kindheit bestimmte ein monarchisch-konservativ orientiertes Umfeld. Die Familie seines Vaters stammt aus Hannover, während die mütterliche Linie sich bis zu den Kursachsen der Wettiner zurückverfolgen lässt.
Sein Wunsch Husarenoffizier zu werden, scheiterte zunächst an seiner Ausmusterung, man befand ihn als untauglich. Ihm blieb nichts anderes übrig, als bei seinem Vater Landwirtschaft und Gutsverwaltung zu lernen. Beim zweiten Anlauf, 1869, befand man ihn schließlich doch als tauglich für den Militärdienst. Aufgrund der höheren Schulbildung absolvierte August Mackensen (geadelt wurde er erst 1899) seinen Dienst als Einjährig-Freiwilliger beim 2. Leibhusarenregiment in Posen. Mit Begeisterung zog er als junger Fähnrich 1870 gegen Frankreich in den Krieg und nahm an den Schlachten bei Weißenburg und Sedan teil. Anfang Dezember 1870 wurde er bei Orleans zum Leutnant befördert. Nach dem Ende des Krieges und seiner Rückkehr nach Deutschland empfand er die alltägliche Arbeit an der Seite seines Vaters nun noch unbefriedigender als zuvor. Selbst der Besuch der landwirtschaftlichen Universität in Halle konnte ihn nicht ablenken. Daher meldete er sich während seines Studiums wieder zum Militärdienst als Reserveleutnant. Ende 1876 ernannte man ihn zum Kommandeurs-Adjutanten der 1. Kavalleriebrigade und Mitte 1878 wurde er zum Oberleutnant befördert und in den Generalstab nach Berlin kommandiert, unter den Augen des Chefs des Generalstabes, Generaloberst Helmuth Graf von Moltke. Mackensen war nun in der Strategiezentrale und Expertenschmiede Deutschlands in Berlin. Mit 33 Jahren wurde er zum Hauptmann ernannt. Zwischen 1884 und 1891 war er in unterschiedlichen Garnisonen des Reiches stationiert und wurde schließlich 1888 Major in Bromberg in der Provinz Posen.

Der junge deutsche Kaiser Wilhelm II. (seit 1888) hatte den 90-jährigen General von Moltke an der Spitze des Generalstabs entlassen und an seiner Stelle Alfred Graf von Schlieffen eingesetzt. Mackensen wurde diesem am 21.2.1891 als Adjutant zur Seite gestellt. Sein Aufstieg verlief rasant: 1893 wurde er Kommandeur des 1. Leibhusaren-Regiments in Danzig, 1895 wurde er vom Kaiser zum Flügeladjutanten ernannt und in dieser Position 1898 in das kaiserliche Hauptquartier zurück nach Berlin berufen, für einen Bürgerlichen ein äußerst ungewöhnliches Privileg. Anlässlich des 40. Geburtstages des Kaisers am 27. Januar 1899 wurde Mackensen nobilitiert (in den Adelstand erhoben). Den Höhepunkt seiner Friedenskarriere erreicht er mit der Ernennung zum General der Kavallerie und dem Kommando über das XVII. westpreußische Armeekorps, nachdem er 1901 als Generaladjutant seiner Majestät nach Danzig gewechselt war, um die Position als Kommandeur der neuen Totenkopfbrigade einzunehmen. Selbst als General war es ihm erlaubt, die von ihm geliebte Uniform des 1. Leibhusaren-Regiments weiterhin zu tragen. Eine besondere Auszeichnung. Diese Uniform sollte in Zukunft sein Markenzeichen werden.

Bereits hoch dekoriert zieht August von Mackensen 1914 in den Krieg. Als Kommandierender General des XVII. Armeekorps ist er an der Schlacht bei Gumbinnen und Tannenberg beteiligt.
An der Schlacht bei Lodz war er als Oberbefehlshaber der neu gebildeten 9. Armee maßgeblich beteiligt und erobert die Stadt am 6.12.1914 aus der Hand der Russen.
Danach übernimmt er die 11. Armee, die aus deutschen und österreich-ungarischen Einheiten zusammen gestellt wurde. Mit ihr glückt ihm bei Tarnow-Gorlice der Durchbruch durch die russische Front. Die Russen ziehen sich daraufhin bis zum Lupkowpass zurück. Nachdem die HGM (Heeresgruppe Mackensen) Mitte Mai den Fluss San überschritten und Anfang Juni die Festung Przemysl erobert hat, ernennt ihn der österreichische Kaiser ehrenhalber zum Chef eines ungarischen Husarenregiments und schließlich - nach seinem Einzug in Lemberg - wird er zum Feldmarschall ernannt.
Als Rumänien am 27. August 1916 auf drängen der Entente gegen Deutschland und Östereich-Ungarn in den Krieg eintrat, leitete er den Feldzug gegen Rumänien. Bis Mitte Januar 1917 war Rumänien vollständig erobert. Mackensen wurde das Großkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er bleibt bis Kriegsende Militärgouverneur in Rumänien.
Bei Kriegsende im November 1918 wird Mackensen in Saloniki / Griechenland interniert. Im November 1919 kehrt er zurück nach Deutschland. Seit 1920 tritt er dort bei zahlreichen Traditionstreffen von Soldaten- und Veteranenverbänden auf. Er wurde zum Sinnbild des preußischen Reitergenerals schlechthin. Adolf Hitler weiß das geschickt zu nutzen, er beruft Mackensen 1933 in den Preußischen Staatsrat. Die Karriere Mackensens sollte Beispiel sein für den unaufhaltsamen Aufstieg eines Bürgerlichen bis in die obersten Schichten der Gesellschaft: Soldatengeist und Heldentum waren die Schlagwörter - die nationalsozialistische Variante des Tellerwäschers, der zum Millionär wurde. Mackensen ließ sich vorführen, ohne politisch Partei zu ergreifen. Hitler nutzte die Gunst, indem er dem braunen Deutschland durch Mackensen Glanz und Gloria verlieh. Berliner nannten den alten Helden treffend "Reichstafelaufsatz".

Erst als der Hitler-Terror auch die militärische Umgebung Mackensens erreichte, intervenierte er, wenn auch erfolglos. Mackensens fromme Haltung ließ ihn schließlich auch für diejenigen Partei ergreifen, die während des Kirchenkampfes, wie Martin Niemöller, verfolgt wurden. Im Februar 1940 verurteilte er in einem Brief an den Oberbefehlshaber des Heeres, Walther von Brauchitsch, die während des Überfalls auf Polen geschehenen Verbrechen.
Als August von Mackensen am 8. November 1945 im Alter von 96 Jahren stirbt, war er von der Welt schon vergessen. Mit ihm starb der letzte Feldmarschall und Kavallerie-General der alten kaiserlichen Armee. 1997 tilgte man ihn auch aus dem Stadtbild Berlins: Die Mackensenstraße in Berlin-Schöneberg heißt jetzt Else-Lasker-Schüler-Straße.