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Erich Ludendorff, militärische Laufbahn
Leutnant
Seconde-Leutnant
in Wesel
Oberleutnant
Leutnant
beim Seebataillon in Wilhelmshaven
Major
Major
im Generalstab
Oberst
Oberst
in Düsseldorf

Die Schlacht bei Tannenberg 1914

Die Feldherren - Ludendorff

Militärischer Werdegang

Kadett
Mit 12 Jahren, im Jahre 1877, kam er nach Plön ins Kadettenkorps. Dies war für einen nicht adeligen Jungen schon etwas besonderes. Es war wohl den Beziehungen seines Vaters zum Militär zu verdanken, der ja in zwei Kriegen (1866 und 1870/71) als Reserveoffizier im Feld gestanden hatte und sich dort Anerkennung erwarb.
1879 kam er nach Groß-Lichterfelde bei Berlin in die Hauptkadettenanstalt. Hier nahmen die Kadetten schon an den großen Paraden teil. Die Frühjahresparade und die Parade am Sedantag auf dem Tempelhofer Feld vor Kaiser Wilhelm I. waren sein ganzer Stolz.
Mit 16 Jahren, also 1881 machte er sein Examen zum Fähnrich. Er war ein guter Schüler und bestand das Examen gut. Daraufhin kam er in die Selekta. Das heißt, er bekam nun den gleichen Unterricht wie auf der Kriegsschule um nach einem Jahr als Seconde - Leutnant zur Truppe zu kommen. Die Selektaner mussten nicht schon als Fähnrich zur Truppe um sich hier zu bewähren und dann zum Leutnant befördert zu werden. Sie mussten nun auf der Kadettenschule schon Führungsaufgaben übernehmen und sich auch schon mal gegen ältere Kadetten durchsetzen. Hierbei war ein Selektaner auch berechtigt, kleinere Strafen zu verhängen, um die Disziplin aufrecht zu erhalten. Nach diesem Jahr bekam er ein gutes Zeugnis.

Leutnant
Am 15. April 1882 wurde Erich Ludendorff zum Seconde-Leutnant befördert, worauf er sehr stolz war. Endlich Offizier, preußischer Offizier!
Er bekam die Versetzung zum Infanterieregiment 57 (8. Westfälisches) in Wesel, nicht zur Feldartillerie nach Erfurt, wie er es gewünscht hatte. Fast 5 Jahre war er hier mit der Ausbildung von Rekruten beschäftigt. Im Februar 1987 wurde er für ein halbes Jahr in die Militär - Turnanstalt (Sportschule) nach Berlin kommandiert. Aber schon im April versetzte man ihn zum Seebataillon (Marine-Infanterie) nach Wilhelmshaven. Beide Kommandos waren bei den Offizieren nicht besonders beliebt. Als Entschädigung wurde er 1 Jahr rückwirkend zum Leutnant (1.Klasse, das entspricht heute dem Oberleutnant) befördert. Er blieb 3 Jahre beim Seebataillon.
Im August 1990 kam er zum Leib-Grenadier-Regiment König Friedrich-Wilhelm III. 1. Brandenburgisches Nr.8, nach Frankfurt an der Oder, um im Oktober zur Kriegsakademie nach Berlin kommandiert zu werden. Das Examen hierzu hatte er bestanden.
Das dreijährige Kommando wurde durch Abkommandierung zur Truppe jeweils in den Semesterferien im Sommer unterbrochen. Im Sommer 1891 kam er zum Feldartillerieregiment 19 nach Erfurt, wohin er als junger Leutnant nach der Kadettenschule schon wollte. Ein Jahr darauf kam er zu den Dragonern nach Schwedt. Einem Regiment, das schon unter dem alten Fritz gekämpft hatte.
Sein Taktiklehrer im letzten Jahr, General Meckel, beurteilte ihn wie folgt: "Ein klarer Kopf, der mit gutem Wissen und Können gute Formen verbindet".
Jeder Absolvent der Kriegsakademie musste eine zusätzliche Fremdsprache lernen, wenn er nicht Mathematik oder Landvermessung gewählt hatte. Ludendorff wählte russisch und bestand am Ende sogar die Dolmetscherprüfung. Nach seiner Rückkehr zum Regiment nach Frankfurt / Oder im Juli 1893 erhielt er die Mitteilung, dass ihm für eine Reise nach Russland einige hundert Mark zur Verfügung gestellt werden. Er sollte seine russischen Sprachkenntnisse vervollkommnen. Im Januar 1894 trat er eine dreimonatige Reise durch Russland an. Sie führte ihn nach St. Petersburg, Moskau, die Krim und Warschau. ("... eine polnische Stadt, Überlieferungen an die Selbständigkeit Polens waren überall anzutreffen", schrieb er.)

Hauptmann im Generalstab
Mitte April 1894 trat er das Kommando im Generalstab an. Durch seine Russlandreise kam er zwei Wochen später als die anderen "neuen". So bekam er die Sektion innerhalb der russischen Abteilung, die noch übrig war. Er hatte sich mit den "sonstigen Staaten" zu befassen. Nämlich mit den Staaten Skandinaviens, des Balkan und Asiens, soweit sie nicht von Russland oder England beeinflusst waren. Also die unwichtigste Sektion.
Aber selbst aus dieser wenig populären Abteilung verstand er es, auf sich aufmerksam zu machen. In einer Denkschrift anlässlich der zunehmenden japanisch - chinesischen Spannungen über einen möglichen Krieg, in dem die japanische Armee "mit Leichtigkeit" über China siegen würde, erregte er Aufsehen. Im Sommer 1894 kam es tatsächlich zu diesem Krieg und Japan siegte.
Man war auf ihn aufmerksam geworden. So wurde er dann auch im März 1895 als Hauptmann in den Generalstab versetzt. Aus dieser Sektion hatte das bisher noch niemand geschafft. An seiner dienstlichen Stellung änderte sich nichts, er blieb in seiner bisherigen Sektion. Nur seine Uniform veränderte sich. Die breiten roten Streifen an den Hosen, den silberbestickten Kragen und den kleidsamen Helm mit dem schön modellierten Adler und dem Gardestern gaben schon was her.

Beim IV. Armeekorps
Ein Jahr später wurde er als Hauptmann in den Generalstab beim Generalkommando des IV. Armeekorps nach Magdeburg versetzt. Solche Verwendung war üblich, um den jungen Generalstabsoffizier für die weiteren, höheren Stellen des Großen Generalstabs und der Truppenführung vorzubereiten.
Er hatte die Stelle des I-B zu besetzen. Kommandierender General war General von Hänisch, ab Sommer 1898 General von Klitzing. Chef des Stabes war Oberst von Bülow, später Oberst von der Groeben.

Bei der Truppe
Die zwei Jahre als I-b gingen zu Ende. Er wurde im März 1898 als Kompaniechef in das Infanterieregiment "von der Marwitz" 8. Pommersches Nr. 61 nach Thorn versetzt. Dieser Wechsel zwischen Generalstab und Truppe war nötig, damit auch der Generalstabsoffizier den Kontakt zum praktischen Truppendienst nicht verlor.
Hauptmann Ludendorff war über den Standort nicht gerade erfreut. Es gab angenehmere. Seine Kompanie lag auf dem Fort Yorck, einem der weit vorgeschobenen Forts des rechten Weichselufers, etwa 45 Minuten Fußweg von der Stadt entfernt. Die Kompanie, die er zu übernehmen hatte, war so ziemlich "auf den Hund gekommen". Es gab viel Arbeit.
Im Sommer 1900 brachen die Boxerunruhen in China aus. Der deutsche Gesandte von Kettler wurde ermordet. Der Kaiser schickte ein Expeditionskorps unter dem Kommando des Generals Graf von Waldersee nach China, um dort die Ruhe wieder herzustellen. Ludendorff nahm Urlaub und fuhr nach Berlin und bat General Graf von Schlieffen, den Generalstabschef, um eine Stellung im Stab des Generals Graf von Waldersee oder einer sonstigen Kommandobehörde. Er konnte nichts erreichen und kehrte enttäuscht nach Thorn zurück. Bald darauf war das übliche zweijährige Kommando bei der Truppe erfolgreich beendet. Er hatte die Kompanie wieder auf Vordermann gebracht.
Im Herbst 1900 kam er für zwei Jahre zum Stab der 9. Division (V.Armeekorps) nach Glogau. Danach für weitere zwei Jahre als I-A zum Generalkommando des V. Armeekorps nach Posen.

Sektionsleiter im Großen Generalstab
Ende März 1904 wurde er wieder in den Großen Generalstab nach Berlin versetzt. Er besetzte die Stelle des Leiters der 1. Sektion in der 2.Abteilung (deutsche Abteilung). Abteilungsleiter war Oberst von Stein. Das Arbeitsgebiet der 1. Sektion erstreckte sich mehr auf technische Angelegenheiten für die Mobilmachung des Heeres und des Aufmarsches. Außerdem oblag ihm die taktische Ausbildung der Hauptmänner im Generalstab und der kommandierten Offiziere.
Aber bereits 1905 kommandierte man ihn zum Marinestab und anschließend für 4 Wochen zur Flotte nach Kiel. Das hatte wohl damit zu tun, dass er als junger Leutnant beim Seebataillon (Marine-Infanterie) war. Das war jedoch nur eine kurze Unterbrechung seiner Tätigkeit als Sektionsleiter 1, weiter lässt er sich darüber nicht aus. Wahrscheinlich hatte er sich, inzwischen zum Major befördert, bereits durch seine ständigen Eingaben und Änderungsvorschläge unbeliebt gemacht. Er "nervte" wohl seine Vorgesetzten. Er beschwert sich auch in seinem Buch "Mein militärischer Werdegang", dass er als Sektionsleiter nur bei seinem Abteilungsleiter (Oberst von Stein) Vortrag halten konnte und nicht beim Oberquartiermeister oder gar beim Chef des Generalstabes (General Graf von Schlieffen).

Lehrer in der Kriegsakademie
Der Tod seines Vaters und der Wunsch, in der Nähe seiner Mutter zu bleiben, veranlassten ihn, im Herbst 1906 das Kommando als Lehrer an der Kriegsakademie in Taktik und Militärgeschichte zu erbitten. Damit verzichtete er auf seine vorübergehende Zurückversetzung zur Truppe als Bataillonskommandeur, die sonst programmgemäß erfolgt wäre. Das hatte auch einen finanziellen Vorteil, denn er erhielt nun die Bezüge eines Regimentskommandeurs.

Chef der 2. Abteilung
Im März 1908, mitten im Lehrgang, wurde er in den Großen Generalstab zurück versetzt. Er hatte die 2. Abteilung zu übernehmen. Im Mobilmachungsfall war er nun für den deutschen Aufmarsch verantwortlich. Endlich konnte er auch beim Chef des Generalstabs (inzwischen General von Moltke) Vortrag halten. Generalquartiermeister war nun General von Stein. Wieder saß dieser vor ihm. Oberst Ludendorff fühlte sich von ihm blockiert. Diese Stellung behielt er mehr als vier Jahre. In dieser Zeit nervte er seine Vorgesetzten wieder mit ständigen Eingaben und Denkschriften über Maßnahmen zur "Volksrettung" usw. Später sprach er von einer Verschwörung dieser beiden gegen ihn, die zusammen mit "überstaatlichen Mächten wie der Vatikan, die Juden und Freimaurer" die Vernichtung Deutschlands im Sinne hatten. Er richtete über deren Köpfe hinweg auch Eingaben und Forderungen nach Aufstellung neuer Armeekorps an den Kriegsminister und sogar an den Kanzler. Hinweise auf die Finanzlage und die bedrohende Wirkung auf das angrenzende Ausland waren für ihn nur Ausreden. In späteren Jahren sei ihm klar geworden, dass dies alles Teil der Verschwörung dieser "überstaatlichen Mächte" war, was ihm jedoch zu dieser Zeit noch nicht bewusst gewesen wäre, wie er später schreibt.

Regimentskommandeur
Am 27. Januar 1913 wurde er als Kommandeur zum Niederrheinischen Füsilierregiment Nr. 39 nach Düsseldorf versetzt. Dabei glaubte er inzwischen unentbehrlich zu sein, (Selbstüberschätzung?) obwohl eine Versetzung zur Truppe in seinem Falle durchaus üblich war. Er fühlte sich natürlich "abgesägt". Er glaubte, man wolle ihn los haben. Er rechnete jedoch mit einer baldigen Rückkehr in den Generalstab in die nächsthöhere Stelle als Generalquartiermeister, und somit Stellvertreter des Chefs. Denn Generalstabschef Moltke bedachte ihn "mit warmen Worten" bei der Verabschiedung, wie er schreibt. Wahrscheinlich kam der "Wunsch" zur Versetzung Ludendorffs aus dem Kriegsministerium. Denn der Chef des Militärkabinetts schrieb an den dortigen Kommandierenden General, General von Einem, er solle ihm "Disziplin beibringen".
Auch seine Verwendung im Mobilmachungsfall wurde geändert. Er war nicht mehr als Chef der Aufmarschabteilung vorgesehen, wie in den letzten Jahren, sondern er sollte als Oberquartiermeister bei der 2.Armee Verwendung finden. Also zuständig für Nachschub, Transport, Versorgung usw. Alles, was nicht unmittelbar mit militärischen Operationen zu tun hat.

Brigadekommandeur Ende April 1914 bekam er die Versetzung als Kommandeur der 85. Infanteriebrigade nach Straßburg. Gleichzeitig wurde er zum Generalmajor befördert. Die Brigade bestand aus dem Preußischen Infanterieregiment 136 und dem Sächsischen Infanterieregiment 105. Kommandierender General war General von Deimling.

Drohende Kriegsgefahr
Ludendorff hatte Ende Juli auf dem Exerzierplatz von Bitsch seinem Kommandierenden General die Brigade vorgestellt. Über der Besichtigung lag der Schatten des Attentats auf den österreich - ungarischen Thronfolger Franz - Ferdinand am 28. Juni in Sarajewo. Die Stimmung war gedrückt. Kaum war er wieder an seinem Standort in Straßburg eingetroffen, als am Nachmittag des 31. Juli die Weisung eintraf: "Drohende Kriegsgefahr". Dieser Alarmzustand war eine Vorstufe der Mobilmachung.