powered by crawl-it
Familienwappen

Paul von Hindenburg

Die Familie

Das Geschlecht der Beneckendorffs
entstammt der Altmark. Es ist das Gebiet westlich der Elbe zwischen Braunschweig und Magdeburg. Der Name wird erstmals in einer Chronik aus dem Jahre 1130 erwähnt. Im 13. Jahrhundert sind sowohl adlige Beneckendorpes als auch bürgerliche Benkendorffs bezeugt. So wird ein Johannes de Beneckendorpe im Jahre 1280 als Zeuge bei einem Kaufvertrag über ein Anwesen in Salzwedel urkundlich erwähnt.
Wie viele andere Familien wandten sie sich nach Osten. Sie wurde an der Oder und Warthe gelegenen Neumark ansässig. Die männlichen Beneckendorffs gingen traditionsgemäß dem Soldatenhandwerk nach. 1402 wird im Zusammenhang mit dem Deutschen Ritterorden ein Beneckendorff erwähnt. Anscheinend waren einige Familienmitglieder im Laufe der Jahrhunderte dort Ordensbrüder und "Kriegsgäste". Einige Beneckendorffs kämpften und fielen im 16. und 17. Jahrhundert in fremden Diensten. Für die Habsburger gegen die Osmanen, in Ungarn, Frankreich, Polen, Böhmen und den Niederlanden. Von 1597 bis 1632 war ein Hans von Beneckendorff Kanzler und höchster Verwaltungsbeamter in der Neumark und diente drei Kurfürsten.
Es gab auch schwarze Schafe unter den Ahnen. Ein gewisser Asmus von Beneckendorff verdingte sich als Raubritter gegen Ende des 15. Jahrhunderts und verbreitete unter Danziger Kaufleuten Angst und Schrecken.
Ein ferner Verwandter, Ernst Ludwig von Beneckendorff, hatte als preußischer General im Oktober 1806 nach der Schlacht von Jena eine Festung kampflos an den siegreichen Napoleon übergeben. Dafür verurteilte ihn später ein preußisches Militärgericht zum Tode durch erschießen.

Der Name Hindenburg
kam erst 1789 zu den Beneckendorffs. Auch die Hindenburgs waren ein uraltes Geschlecht das ursprünglich aus dem Harz stammt. 1208 findet man die Erwähnung des Namens "Hindinburg" in der Altmark im Kreis Osterburg. Mehr als fünf Jahrhunderte später, 1710 nämlich, heiratete Hans Heinrich von Beneckendorff eine gewisse Scholastica Katharina von Hindenburg. Ihr Bruder, Otto Friedrich von Hindenburg nahm auf preußischer Seite am Ersten Schlesischen Krieg teil (1740 - 42). Der Oberst verlor dabei durch eine österreichische Kanonenkugel ein Bein. Friedrich der Große gedachte aber seines, mit dem Orden "Pour le Merite" ausgezeichneten Veteranen. Er gab ihm die Güter Neudeck und Limbsee im Kreis Rosenberg in Westpreußen. "Dann wird der Soldat eben Bauer" meinte der "Alte Fritz"
Der alte Oberst blieb kinderlos und somit der letzte Hindenburg. 1772 vermachte er deshalb seinem Großneffen, dem Enkel seiner Schwester, Johann Otto Gottfried von Beneckendorff, die beiden Güter. 1789 wurden, dies war die Bedingung des Obersten für die Erbschaft gewesen, mit der Erlaubnis des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II. beide Namen und Wappen vereinigt. Der Doppelname wurde dann in weiterer Folge zu "von Hindenburg" abgekürzt.

In Folge der Napoleonischen Kriege verarmten weite Landstriche. Die Güter waren verschuldet, den Gemeinden und Bezirken ging es nicht besser. Missernten kamen hinzu. Landflucht und die Folgen einer neuen landwirtschaftlichen Verfassung lösten eine Agrarkrise aus. Der Not gehorchend musste die Familie 1833 das Hofgut Limbsee verkaufen. Nur Neudeck blieb in Familienbesitz. Hier wurde 1816 Pauls Vater, Robert von Hindenburg, geboren. Dieser kam, der Familientradition entsprechend, als Fahnenjunker zum Infanterieregiment Nr.18 nach Posen. Wie oben schon erwähnt, heiratete er 1845 mit 29 Jahren Luise Wilhelmine Schwickart, Tochter eines Generalarztes der preußischen Armee. Kurz nach ihrem Umzug in die Bergstraße 7 in Posen kam am 2. Oktober 1847 gegen 3 Uhr am Nachmittag ihr erstes Kind zur Welt: Paul.