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Gefecht bei Gombin

Die Schlacht bei Lodz.

16. - 24. November 1914

Gefechte bei Gombin u. A.

I. Reservekorps(Generalleutnant von Morgen) Durch das vom 17. bis 19. November durchgeführte Herumschwenken der Masse der 9. Armee war eine weitklaffende Lücke von etwa 60 km zwichen ihr und dem I. Resrvekorps entstanden, die anfangs noch durch die an der Bzura belassene 9. Kavalleriedivision, später nur noch durch deren Dragoner-Regiment 19 als Bindeglied notdürftig geschlossen wurde. Den linken Flügel an den Lonck-See angelehnt, stand Gen.Lt. Kurt von Morgen am 17. früh etwa 10 km westlich Gombin mit dem rechten Flügel bei Koscielny in der gut 12 km breiten Front im Kampf mit dem VI. und V. sibirischen Korps und Teilen des VI. russischen Armeekorps. Auf dem rechten Flügel erschien der Angriff infolge der stark verschanzten russischen Stellung unausführbar, zumal die Artillerie wegen dichten Nebels nicht mitwirken konnte. Auf dem linken Flügel dagegen ging das Gefecht gut vorwärts, und in der Mitte gelang es dem Reserve-Infanterieregiment 1, gegen Abend die feindliche Stellung zu stürmen und 1000 Gefangene zu machen. Am äußersten linken Flügel hatte die Abteilung Schmid ihren Gegner erneut zurückgeworfen und erreichte Gory, ca. 6 km südlich Plock. Nach dem Durchbruch des Reserve-Infanterieregiments 1 im Mittelabschnitt der 1. Reserve-Division konnte die gesamte 1. Reserve-Brigade unter Generalmajor Barre die russischen Stellungen in seinem Bereich nehmen. Um den Widerstand des Feindes auch vor dem rechten Flügel (72. Reserve-Brigade) der 1. Reservedivision zu brechen, erhielt Generalmajor Barre den Befehl, mit seiner Brigade an den Seen entlang über Gombin vorzustoßen und dann den russischen Stellungen gegenüber der 72. Reserve-Brigade in Flanke und Rücken zu fallen.

Gefecht bei Budy Suserskie
Auch im Süden dieser russischen Stellungen war eine Umfassung geplant. Im Nachtmarsch war Oberstleutnant von Steuber mit zwei Bataillonen, einer Maschinengewehr-Kompagnie, vier Geschützen und sechs Reitern von Gostynin entsandt, um bei Tagesanbruch über Modrzew-Budy Suserskie die Gegend von Borowy zu gewinnen und von hier gegen Flanke und Rücken des Gegners zu wirken. Ziel war die Einkesselung der russischen Verbände in diesen Stellungen.
Es kam aber zunächst ganz anders. Der Weg um den linken feindlichen Flügel war nicht frei, wie sich herausstellte. Starke befestigte Anlagen zum Schutz der russischen Flanke und eine beträchtliche Anzahl Truppen bei Budy Suserskie sperrten ihn. Die kleine Reiterspitze, drei kriegsfreiwillige Ulanen, stieß auf den Feind. Die vorderste Kompagnie unter Oberleutnant Lackner, stürmte kämpfend von Gehöft zu Gehöft, ihm nach die nun entwickelten anderen Kompagnien des II. Bataillons des Reserve-Infanterieregiments 3. In der Flanke von russischen Maschinengewehren erfasst, hatte die Spitzenkompagnie starke Verluste, ihr Führer, Oberleutnant Lackner, fiel. Da griff der Russe an. Über freies Feld, den in Deckung liegenden Deutschen entgegen. Wie auf dem Schießstand daheim wurden die sibirischen Pelzmützen aufs Korn genommen. Rechts daneben ging das andere Bataillon (I./148) vor, und zwischen beiden, am Kirchhof, ging die Maschinengewehr-Kompagnie in Stellung. Der russische Angriff kam zum Stehen, aber schweres Artilleriefeuer lag nun auf den beiden Bataillonen. Ihr Führer, Oberstleutnant von Steuber, wurde schwer verwundet. Die Führung übernahm Major von Luck. Die Kavallerie-Brigade Berner stand währenddessen bei Suserz. Gegen 15:00 Uhr begann der Russe abermals mit massiven Kräften anzugreifen. Bei den Deutschen wurde die Munition knapp. Auch die Besatzungen an den Maschinengewehren meldeten Munitionsmangel. Die Sibirier waren stellenweise schon auf 100 Meter heran. Rettung in dieser kritischen Lage brachte eine 10cm Kanonen-Batterie , die, etwa 5 km nördlich im Kampf gegen Koscielny stehend, ihr Feuer nach Süden auf diesen Frontabschnitt verlegte. Der russische Angriff stockte. Aber der Russe stockte nicht nur, er wich sogar, und man sah wie er auch Koscielny zu räumen begann. Der Anmarsch der Brigade Barre, die von Gombin nach Südwesten eingedreht war, hatte sich fühlbar gemacht. Die Abteilung Steuber war in letzter Minute vor der sicheren Vernichtung bewahrt geblieben.
Auch die 36. Reserve-Division im nördlichen Abschnitt des I.RK, die im Vorgehen nördlich des Lonck- und Zdworzsees mit ihrem linken Flügel die Weichsel erreicht hatte, war über Gombien angesetzt. Sie kam aber nicht mehr zum Eingreifen heran, da der Gegner vor ihrem Anmarsch in östlicher und südöstlicher Richtung zurück gegangen war. Am 19. November wurde die Verfolgung bis zur Straße Luszyn - Osmolin - Saniki fortgesetzt. Die in diesen Orten zur Ruhe übergegangenen deutschen Vortruppen wurden nach Einbruch der Dunkelheit überraschend angegriffen. Besonders die Abteilung Schmid musste sich nach schweren Straßenkämpfen in Sanniki in westlicher Richtung zurüchziehen. Dieser Zwischenfall hatte jedoch keinen Einfluss auf die Gesamtlage des I.RK unter General von Morgen.