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Gefecht bei Wlaclawek

Die Schlacht bei Lodz.

16. - 24. November 1914

Im Zuge des deutschen Flankenangriffs aus Richtung Thorn und südlich gegen die russische Streitmacht kam es mitunter zu heftigen Gefechten.

Gefecht bei Wloclawek (I. Reservekorps)
12. November
Das I. Reservekorps (1. und 36. Reservedivision) bildete zusammen mit dem XXV. Reservekorps (49. u. 50. Reservedivision) den nördlichen Abschnitt der 9. Armee. Sie hatten das V. sibirische Korps frontal anzugreifen. Bei Wloclawek erwartete man den ersten Widerstand. Gegen Mittag waren Falborz und Wieniec im Besitz der 36. Reservedivision. Wenige Stunden später stürmte der rechte Flügel der 49. Reservedivision über den Bach Zglowionczka die Dörfer Machnacz und Marjanski. Auch auf dem linken Flügel war das Gefecht gut vorwärts gekommen. Am Abend wurde in den westlichen Vororten von Wlaclawek mit Äußerster Erbitterung gekämpft. Es kam zum Häuserkampf mit Gewehrkolben und Bajonett. Das Gewehrfeuer verstummte fast. Es konnten mehrere hundert Russen gefangen genommen werden.
Im Gefühl des Siegers ritt General von Briesen, der den Angriff zunächst auf der rechten, dann auch auf dem linken Flügel seiner Division (49.RD) persönlich geleitet hatte, bis jenseits des Eisenbahndammes vor und gab seiner Stabswache Befehl, die in der Stadt gelegene Brücke zu erkunden. Im Galopp ging es auf dem Steinpflaster vor, da begann plötzlich ein rasendes Schießen aus allen Häusern. Einige Pferde wälzten sich auf den Straßenpflaster und begruben ihre Reiter unter sich. Hierbei kam auch General von Briesen zu Tode.
Der Westteil der Stadt war im Besitz der 49. Reservedivision. 1200 russische Kämpfer wurden gefangen genommen. Dem Gros des V. sibirischen Korps gelang es jedoch, sich der drohenden Umklammerung zu entziehen.

13. November Während der Kämpfe um Wloclawek bekam die 49. Reservedivision flankierendes Artilleriefeuer vom nördlichen Weichselufer. Um diese Artilleriestellung der Russen anzugreifen, wurde ein Bataillon auf Kähnen über die Weichsel gesetzt und nach Lipno vorgeschoben. Die Straßenbrücke war zerstört worden. Lipno wurde aber an diesem Tag von der Abteilung Wrochem und der zur 50. Reservedivision gehörenden Brigade Gregory genommen. Diese Einheiten hatten schon am Tag zuvor starke Kräfte des VI. russischen Korps bei Kikol blutig zurückgeschlagen.
Das V. sibirische Korps ging aus der Gegend Wroclawek über Kowal auf Gostynin und im gesamten Weichseltal zurück. Zur Aufnahme dieses Korps ließ die russische Führung das VI. sibirische Korps die Weichsel bei Plock übersetzen und holte das in der Gegend Lenczyca-Krasniewice befindliche II. Armeekorps heran.

Der Befehl der Obersten Russischen Heeresleitung für den 14. November zum "tiefen Einfall" in Deutschland stand nun unmittelbar vor seiner Ausführung. Die Truppen sollten die Linie Jarotschin - Ostrowo - Kreuzburg - Kattowitz erreichen.
Am 13. abends stand die deutsche 9. Armee in der Linie Brudzew - Kolo - Przedecz - Lubien - Kowal. Ein Blick auf die Karte zeigt, welch vernichtende Wirkung der Stoß der 9. Armee in den Rücken des russischen Heeres haben musste, wenn Nikolai Nikolajewitsch an seiner Angriffsbewegung nach Schlesien und Posen festhielt.
Es zeigt sich auch, wie richtig der Entschluss des Oberbefehlshabers OberOst war, die 9. Armee nicht bei Ezenstochau zur Verlängerung der deutsch-österreichischen Front zu belassen.