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Lage Verlegung Vormarsch

Die Schlacht bei Lodz.

16. - 24. November 1914

Lage Ende September 1914

Ostpreußen war von den Russen befreit, die 1. russische Armee unter General Rennenkampf hatte sich unter starken Verlusten über die Grenze zurückgezogen.
Hindenburg: "Rennenkampf begann, sich mit Verlust von nicht nur einigen Federn, sondern eines ganzen Flügels und auch sonst noch erheblich angeschossen, zwischen den Njemensümpfen zu verschwinden."
Anders die Lage auf dem südlichen Kriegsschauplatz der Ostfront. Hier waren die österreichisch-ungarischen Armeen nach der zweiten Schlacht bei Lemberg angesichts der drohenden Umfassung durch die russischen Massen in die Karpaten und hinter den San zurück gegangen.
Österreich-Ungarn und Schlesien waren bedroht.
Nur durch eine Entlastung des Nordflügels der K.u.K.-Frontlinie konnte der Gefahr begegnet werden. Hierzu sollte aus Teilen der 8. Armee und neuen Truppen eine neue Armee, die 9., gebildet werden. Diese sollte nördlich Krakau plaziert werden um die Nordflanke der österreichisch-ungarischen (K.u.K.) Front zu verlängern.

Aus den nun folgenden Operationen, Vormarsch auf Warschau und der darauf folgende Rückzug, entwickelte sich die "Schlacht bei Lodz".

Die deutsche OHL befahl der 8. Armee bereits am 13. September: "Baldigst zwei Armeekorps freimachen und bereitstellen für Abtransport nach Krakau" Das AOK 8 machte daraufhin folgende Meldung an die OHL: "Verfolgung morgen beendet. Sieg scheint vollständig. Offensive gegen Narew in entscheidender Richtung in etwa 10 Tagen möglich. Österreich erbittet aber wegen Rumänien direkte Unterstützung durch Verlegung der Armee nach Krakau und Oberschlesien. Verfügbar dazu vier Armeekorps und eine Kavalleriedivision. Bahntransport allein dauert etwa 20 Tage. Lange Märsche nach österreichischem linken Flügel. Hilfe kommt dort spät. Bitte um Entscheidung. Armee müsste dort jedenfalls Selbständigkeit behalten."
Antwort der OHL am 14. September: "Operationen über Narew wird in jetziger Lage der Österreicher nicht mehr erfolgversprechend gehalten. Unmittelbare Unterstützung der Österreicher ist politisch erforderlich. Operationen aus Schlesien kommen in Frage .... (es folgen technische Anweisungen) Selbständigkeit der Armee bleibt auch bei gemeinsamer Operation mit den Österreichern bestehen."

Hindenburg: "Also doch!
Es gibt ein Buch "Vom Kriege", das nie veraltet. Clausewitz ist sein Verfasser. Er kannte den Krieg und kannte die Menschen. Wir hatten auf ihn zu hören, und wenn wir ihm folgten, war es uns zum Segen. Das Gegenteil bedeutet Unheil. Er warnte vor Übergriffen der Politik auf die Führung des Krieges. Weit entfernt bin ich jetzt (1919) davon, mit diesen Worten eine Verurteilung des damals erhaltenen Befehls auszusprechen. Mag ich 1914 in Gedanken und Worten kritisiert haben, heute habe ich meinen Lehrgang vollendet durch die Schule der rauhen Wirklichkeit, durch die Leitung eines Koalitionskrieges. Erfahrung wirkt mildernd auf die Kritik, ja sie zeigt vielfach deren Unwert. Wir hätten freilich manchmal während des Krieges versucht sein können zu denken: 'Wohl dem, dessen soldatisches Gewissen leichter ist als das unsere, der den Kampf zwischen kriegerischer Überzeugung und politischen Forderungen leichter überwindet als wir.' Politisch Lied, ein garstig Lied!"

Generaloberst von Hindenburg erhielt am 17. September den Oberbefehl über die neu aufzustellende 9. Armee, blieb aber noch bis auf weiteres Oberbefehlshaber der nun schwachen 8. Armee, die zur Sicherung der Nordflanke in Ostpreußen verblieb. Zum Chef des Stabes in der 9. wurde bereits am 15. September Gen.Mj. Ludendorff ernannt. Er blieb also weiterhin "Chef" unter dem Kommando Hindenburgs.

Die 9. Armee wurde aus folgenden Truppenteilen gebildet, von Süden beginnend:
Landwehrkorps Woyrsch
XI. Armeekorps
Garde-Reservekorps
XX. Armeekorps
XVII. Armeekorps
35. Reservedivision
8. Kavalleriedivision
Landwehrdivision Graf von Bredow