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Deutscher Aufmarsch

Die Schlacht bei Tannenberg

26. - 30. August 1914

Deutscher Aufmarsch bis zum 10. August 1914

Für die Verteidigung des deutschen Ostens war im Jahr 1914 die 8. Armee vorgesehen. Der Kaiser bestimmte Generaloberst von Prittwitz, Prittwitz
* 27. November 1847
† 29. März 1917
bisher Generalinspekteur der 1. Armeeinspektion in Danzig, zum Oberbefehlshaber der 8. Armee. Zu ihm trat als Chef des Generalstabes
Generalmajor Georg Graf von Waldersee, Waldersee
* 1. September 1860
† 7. September 1932
bisher Oberquartiermeister im Großen Generalstab.
Generalmajor Grünert
unterstanden als Oberquartiermeister alle Angelegenheiten, die nicht unmittelbar in das Gebiet der militärischen Operationen fielen.
Oberstleutnant Hoffmann,
ein guter Kenner der russischen Armee, der als Attaché zum japanischen Generalstab während des russisch - japanischen Krieges in Ostasien (1904/05) abkommandiert war, wurde als 1. Generalstabsoffizier Mitarbeiter und Berater des Chefs für alle operativen und taktischen Angelegenheiten.

Das Oberkommando der 8. Armee trat am 8. August in Posen (Heute: Poznan, Woiwodschaft Großpolen) zusammen. Generaloberst von Prittwitz übernahm den Oberbefehl und bestimmte Marienburg (Malbork, Woiwodschaft Pommern) als Standort des Hauptquartiers. Das alte Ordensschloss, ehemaliger Hauptsitz des Deutschen Ritterordens, bot dort geeignete Räumlichkeiten.

Für die 8. Armee waren zunächst nur Truppen aus den östlichen Provinzen bestimmt. Das waren 9 Infanterie - und Reservedivisionen sowie Landwehrtruppen. 5 Ersatz-Divisionen, die für die Armee noch in Aussicht gestellt waren, konnten erst am 11. Mobilmachungstag (12. August) bereit stehen.
Der Grenzschutz lag zunächst in den Händen der aktiven Grenzkorps. Soweit diese demnächst nach dem Westen abgingen, wurde er später von Truppen zweiter Linie übernommen. Unter diesem Schutz sollten sich versammeln:

Das Landwehrkorps
in Schlesien und Posen, mit je einer Division an der Grenze gegenüber Tschenstochau und Kalisch

Die 6. Landwehr - Brigade
bei Gnesen

Die 3. Reserve - Division
bei Hohensalza

Die 70. Landwehr - Brigade
bei Goßlershausen

Das XVII. Armeekorps (Danzig)
bei Deutsch-Eylau, mit Grenzschutzabteilungen von Thorn bis westlich Soldau

Das XX. Armeekorps (Allenstein)
südlich Allenstein, mit Grenzschutzabteilungen anschließend an das XVII. Armeekorps bis südlich Margrabowa

Das I. Reservekorps
bei Nordenburg

Das I. Armeekorps (Königsberg)
bei Gumbinnen, mit Grenzschutzabteilungen anschließend an das I. Reservekorps bis zur Küste

Die 1. Kavallerie-Division
östlich Gumbinnen

Die 2. Landwehr- Brigade
bei Tilsit

Solange die der 8. Armee unterstellten Festungen nicht selbst unmittelbar bedroht waren, konnte die Feldarmee aus ihnen verstärkt werden. Dafür kamen in Frage:
Aus Posen, Thorn und Königsberg etwa je eine Division. Aus Breslau und Graudenz etwa je eine gemischte Brigade, sämtlich mit schwerer Artillerie älterer Bauart. Dann noch einige Bataillone aus den Befestigungen von Kulm, Marienburg und Danzig.
Von den genannten Truppenverbänden waren nur die drei aktiven Armeekorps (I., XVII. und XX.), die 3. Reservedivision und die 1. Kavalleriedivision für den Kampfeinsatz im freien Feld ausgerüstet. Bei den übrigen Verbänden war die Ausrüstung zunächst nur auf örtliche Verwendung zugeschnitten.

Der Feind störte nirgends. Am 10. August war der Aufmarsch der für den Osten verfügbaren Kräfte beendet.